Die verschiedenen Arten von
Pruneaux

Oft hört man Ğ Eine Pruneau: das ist halt eine Pruneau ! ğ Es ist richtig, dass sich die veschiedenen Sorten von Pruneaux ähneln. Der Unterschied beim Kaliber allein (Anzahl der Früchte je 500 g) reicht nicht aus, um diese außergewöhnliche Frucht zu charakterisieren, die weit mehr Reichtümer enthält, als sie den Anschein macht.

Die Pruneau wird auf Basis der Pflaumensorte "Prune d'Ente" produziert, der einzigen und einzigartigen Pflaumenart, deren physikalische und organoleptische Eigenschaften es erlauben, ein qualitativ hochwertiges Endprodukt zu erzielen.
Sie ist nach unterschiedlichen Kalibern gestaffelt, d.h. verschiedenen Größenklassen.

Die Pruneaux d'Agen

Wenn man diese Bezeichnung nennt, denkt man intuitiv, dass die Pruneau in einem bestimmten Gebiet geerntet worden sein muss (hier offensichtlich in Agen), damit dies zutrifft.
Das stimmt zwar, aber es ist ein großer Fehler, zu denken, dass das alles ist. Wir werden Ihnen alles erklären.

Die Pruneau d'Agen steht unter dem Label IGP.

Eine IGP (die Geschützte Geografische Herkunftsbezeichnung) ist ein Zeichen der europaweiten Anerkennung, das im Jahr 1992 ins Leben gerufen wurde, um Betrug zu verhindern und um das damit ausgezeichnete Originalprodukt zu schützen.

Agen, ok, aber wo genau ?

Mit Hilfe einer Karte geht dies einfacher. Alle Pflaumen-Chargen, die die Bezeichnung "Pruneaux d'Agen" tragen dürfen, stammen aus dem für die Pruneau d'Agen definierten geografischen Gebiet, das das ganze Departement Lot-et-Garonne (mit Ausnahme des Kreises von Houeillès), sowie die angrenzenden Landkreise Gironde, Dordogne, Lot, Tarn-et-Garonne und Gers umfasst.

Die Obstbauanlagen, die Trocknungseinheiten, wie auch die weiterverarbeitenden und für die Verpackung zuständigen Betriebe müssen in diesem geografischen Gebiet liegen. Um Anspruch auf die Appellation "Pruneau d'Agen" haben zu können, muss jeder Schritt zur Herstellung des Pruneau-Produkts (von der Obstbauanlage bis zur verbraucherfertigen Verpackung) innerhalb des geografischen Gebiets der IGP stattfinden. Und ja, ganz sicher, all dies wird übewacht, nicht jede daherkommende Pflaume darf sich einfach so als "Pruneau d'Agen" bezeichnen.

Ein strenges Verfahren, festgeschrieben in einem drakonischen.
Lastenheft. Vom Erzeuger bis zum weiterverarbeitenden Betrieb werden die Bedingungen, um von der Appellation profitieren zu können, strikt, präzise und streng kontrolliert. Im Rahmen der IGP Pruneau d'Agen muss die Herstellung der Pruneaux sämtliche Vorschriften einhalten, die im Lastenheft festgeschrieben sind. Und nur Pflaumen, die nach diesem Verfahren hergestellt wurden, dürfen sich "Pruneaux d'Agen" nennen. Es ist also unabdingbar, alle Vorgaben der Verordnung anzuwenden, um Anspruch auf diese Bezeichnung zu haben.
Und schließlich müssen die verschiedenen Beteiligten (Obstbauern, Trocknungsbetrieb, weiterverarbeitender Betrieb) alle von QUALISUD, einer zertifizierten Prüfstelle, zugelassen und kontrolliert werden.

Ein paar technische Etappen in kurzen Worten
Sollte es noch erforderlich sein, Sie davon zu überzeugen, dass all dies ernsthaft so praktiziert wird, hier eine kurze Auflistung der wichtigsten Schritte, die die Pruneau d'Agen zu dieser schönen und einzigartigen Frucht machen, die sie ist.

Der jährliche Baumschnitt ist obligatorisch. Der Landwirt muss hierbei einige Grundsätze im Auge behalten, wie zum Beispiel die Erhaltung der Geometrie der pryamidenähnlichen Baumform mit untenliegender Basis, oder auch die Verlängerung der eindeutigen tragenden Äste*, damit Luft und Sonne gut bis ins Innere des Baumes gelangen.

Die Ernte muss zum optimalen Reifezeitpunkt erfolgen und geschieht in mehreren Durchläufen. Pflaumen, die vor dem optimalen Reifezeitpunkt geerntet werden, ergeben getrocknet nur schlechte Qualität. Der Obstbauer muss daher auf den richtigen Reifepunkt der Früchte achten. Jedes Jahr wird ein Datum veröffentlicht, das den Beginn der Erntezeit angibt. Aber die Reife erstreckt sich über längere Zeit und variiert von Baum zu Baum.
Um sicherzugehen, dass nur wirklich reife Früchte geerntet werden, musse der Obstbauer bei ein paar Zwetschgen regelmäßig den Brix**-Grad prüfen. Dies geschieht mit Hilfe eines Refraktometers***, mit dem die Entwicklung des Reifezustands von Obstbaumanlage zu Anlage verfolgt wird, damit die Ernte im richtigen Moment gestartet werden kann. Nach einem leichten Schütteln des Baumes werden die zu Boden gefallenen Zwetschgen eingesammelt und bei jedem Zwetschgenbaum wird bei rund 10 Probefrüchten eine Refraktometermessung durchgeführt.

Der Trocknungsgrad
Die Restfeuchtigkeit darf 35 % nicht übersteigen.

*Tragäste : große Äste, die Verzweigungen des Baumstamms des Zwetschgenbaums darstellen
**Brix-Grad : Gehalt an natürlichem Zucker, der in der Zwetschge enthalten ist.
*****Refraktometer: Im Bereich der landwirtschaftlichen Lebensmittelproduktion wird das Refraktometer häufig eingesetzt, um den Zuckergehalt von Fruchtsäften, Konfitüren etc. zu ermitteln. Beispiel: 20°Brix = 20 % Zucker.

Die Standard-Pruneau in Bio-Qualität

Halbweiche Pflaumen der Qualität "mi-cuit"

Hierbei handelt es sich um eine Pruneau, deren Trocknung beim endgültigen Feuchtigkeitsgehalt einer Standard-Pruneau unterbrochen wurden, d.h. bei 35 % Feuchtigkeit. Anschließend wird die Frucht direkt in der Endverpackung abgepackt, pasteurisiert und dann zum Verkauf gebracht. Sie hat damit keine Rehydrierungsphase durchlaufen. Sie ist hinsichtlich des Umsatzvolumens sehr viel zurückhaltender, das bei ca. 3 % des Marktes liegt, aber manche Erzeuger bieten sie zwischen Oktober und Dezember in Sonderaktionen an, wie z.B. als Pruneaux Ğ aus neuer Ernte ğ oder Ğ Primeur ğ.
Eine Variante besteht darin, die Pruneau nicht direkt nach der Trocknung zu verpacken, sondern sie vor der Pasteurisierung einzufrieren. Dies ermöglicht es, die Mindesthaltbarkeitsdauer der so verpackten Frucht zu verlängern, was der Vermarktung mehr Flexibilität einräumt.

Die besonders stark rehydrierte Pruneau

Hierbei handelt es sich um eine ganz normale Pruneau, deren Rehydrierung jedoch absichtlich verlängert wurde. Wenn man den Gehalt von 35 % Feuchtigkeit überschreitet und auf 40 % oder mehr steigert, erhält man eine Pflaume von großer Saftigkeit, voller Geschmack und Weichheit. Diese Produkte werden manchmal auch aromatisiert, zum Beispiel mit Vanille.